Proktologie
Die Proktologie (von πρωκτός, proktós, „After“ und λόγος, lógos, hier „Wissenschaft“) ist ein medizinisches Teilgebiet, das sich mit den Erkrankungen des Enddarms beschäftigt.

Was sind Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden sind krampfaderartige Erweiterungen einzelner Abschnitte des Schwellkörpers (=Corpus cavernosum recti) im Übergang vom Mast- zum Enddarm. Dieser wird von Arterien und Venen versorgt. Die Gefäße unterstützen die Muskulatur, um einen sicheren Verschluss des Afters zu garantieren.

Hämorrhoiden sind eine relativ häufige Erkrankung. Schätzungen zufolge leiden etwa
50 Prozent der über 50-Jährigen an Hämorrhoiden.
Typische Symptome von Hämorrhoiden sind:
Nässen, Juckreiz, Blut beim Abputzen

Stadieneinteilung der Hämorrhoiden:

  • Grad I: Die Hämorrhoiden sind nicht von außen sichtbar, sie können nur proktoskopisch dargestellt werden.
  • Grad II: Die Knoten fallen beim Pressen in den Analkanal vor, ziehen sich aber nach kurzer Zeit von selbst wieder zurück.
  • Grad III: Ein oder mehrere Knoten können bei Anstrengungen spontan vorfallen. Nach dem Stuhlgang ziehen sie sich nicht mehr von selbst zurück. Die Reposition (Hineinschieben) ist aber noch möglich.
  • Grad IV: Entspricht einem Analprolaps (Tiefertreten).Die Reposition (Hineinschieben) ist nicht mehr möglich

Behandlung von Hämorrhoiden:


Bei Hämorrhoiden 1. und 2. Grades versucht man durch kleinere ambulante Eingriffe eine Operation zu vermeiden, oder zumindest einige Jahre aufzuschieben. Dazu greift man unter anderem zu folgenden Behandlungsmethoden:
  • Verödung (Sklerosierung): Kleinere Hämorrhoidalknoten werden mit einem rohrförmigen Gerät (Anoskop) festgehalten und es wird eine spezielle Flüssigkeit (Phenolmandelöl oder Chininlösungen, Ethoxysklerol u. ä.) eingespritzt. Dadurch entsteht eine Entzündung, die lokal die Durchblutung vermindert. Die Hämorrhoiden schrumpfen. Das relativ einfache und kostengünstige Verfahren wird in der Regel in mehreren Teilbehandlungen im Abstand von zirka 4 bis 6 Wochen durchgeführt und verläuft normalerweise völlig schmerzlos. Es besteht eine geringe Gefahr der Bildung von Nekrosen, vor allem bei schlechter Lage.
  • Gummiligatur: Der Knoten wird durch ein Gummiband abgeklemmt (Ligatur) und fällt in den folgenden Tagen ab.
  • Hämorrhoidektomie: In Wahrheit gibt es keine einheitliche Operation, sondern mehrere recht unterschiedliche Techniken, die jeweils nach ihren Erfindern benannt sind. Von Bedeutung sind darunter vor allem die Verfahren mit offener Wundheilung nach Milligan-Morgan, gelegentlich auch Dreizipfelmethode genannt oder auch die Methode nach Parks. Zur Rekonstruktion des Analkanals, wie sie bei nach außen fixierten Hämorrhoiden des 4.Grades gelegentlich erforderlich ist, wird meist nach Fanssler-Arnold vorgegangen. Alle Verfahren werden bei Vollnarkose durchgeführt und erfordern in der Regel einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt (stationär). Die Heilzeit von mehreren Wochen verläuft schmerzhaft.

Was sind keine Hämorrhoiden?

  • Perianalthrombosen:In den Venen der Aftergegend können sich Blutgerinnsel oder Blutergüsse bilden (diese werden im allgemeinen Sprachgebrauch manchmal auch als "äußere" Hämorrhoiden bezeichnet). Bilden sich innerhalb kurzer Zeit ein oder mehrere bläulich-rote schmerzhafte Knoten am Afterrand,
    nennt man das Perianalthrombose. Ein Knoten kann dabei mehrere Thromben enthalten und Kirschgröße erreichen, in akuten Fällen sogar Pflaumengröße. Sie sind in der Gefährlichkeit nicht mit Beinvenenthrombosen zu vergleichen.
    Therapie:
    In akuten frischen Fällen, vor allem bei starken Schmerzen, wird die Perianalthrombose unter örtlicher Betäubung mit einem kleinen Skalpellschnitt eröffnet und die Thromben herausgedrückt; die Erleichterung tritt sofort ein.
  • Mariske:
    Als Mariske (f., Plural Marisken) bezeichnet man eine schlaffe Hautfalte in der Gegend des Afters. Sie werden häufig fälschlicherweise als äußere Hämorrhoiden gedeutet.
    Therapie:
    Marisken, die keine Beschwerden bereiten, bedürfen keiner speziellen Therapie.
  • Analfissur.  
    Schmerzhafter Haut- und/oder Schleimhauteinriss des Afters.
    Therapie: Beim Ausbleiben einer Heilung unter konsequenter Anwendung von Stuhlregulation und entspannender Salbe kommt als nächster Schritt die Operation in Frage.

Unsere Praxis bietet zur Behandlung von Hämorrhoiden sowohl die Verödungsmethode als auch die Gummibandligatur an.

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