Die Andrologie ist die Lehre von den Fortpflanzungsfunktionen des Mannes und deren Störungen in allen Lebensphasen. Sie kann also auch als Männerheilkunde bezeichnet werden, wobei der Androloge als Pendant zum Frauenarzt (Gynäkologen) zu sehen ist und sich mit den spezifischen männlichen Problemen seiner
Patienten befasst.
Zentralen Themen unserer Andrologie sind:
- Störungen der Zeugungsfähigkeit ( Infertilität)
- Störungen der Hormonbildung im Hoden ( Hypogonadismus )
- Störungen der Erektionsfähigkeit ( erektile Dysfunktion, Gliedsteife )
- Störungen der Ejakulation (Samenerguss)
- Männliche Verhütung ( Kontrazeption )
- Der alternde Mann ( Seneszenz )
1. Störungen der Zeugungsfähigkeit (Infertilität)
Die Fortpflanzungsfunktionen des Mannes unter natürlichen und krankhaften Bedingungen stellen einen wichtigen Schwerpunkt in unserer Praxis dar. Zur Beurteilung der Zeugungsfähigkeit werden von uns Spermiogramme nach den jeweils gültigen Kriterien der WHO (World Health Organisation = Welt Gesundheitsorganisation) und Hormonbestimmungen durchgeführt und entsprechende Behandlungen eingeleitet und überwacht.
Bei entsprechenden Voraussetzungen können die Chancen auf Vaterschaft auch durch Hormonbehandlungen oder Antibiotika-Behandlung verbessert bzw. herbeigeführt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur einer künstlichen Insemination (Besamung) in Zusammenarbeit mit ihrem behandelnden Gynäkologen oder Dr. de Moll.
Operative Verfahren der Spermiengewinnung aus den Hoden (testikuläre Spermienextraktion, TESE) gehören auch zu unserem Leistungsspektrum. Hier arbeiten wir eng mit den Reproduktionsmedizinern (spezialisierte Gynäkologen) zusammen.
2. Störungen der Hormonbildung im Hoden (Hypogonadismus)
Eine Beeinträchtigung der Hormonbildung im Hoden (Testosteronmangel) kann zu schweren Störungen des Befindens und der Körperfunktionen (Blutbildung, Knochenstoffwechsel, Anabolismus, kognitive Funktionen -geistige Leistungsfähigkeit-, Stimmung, Libido und Erektionsfähigkeit) führen.
Die vielfältigen Ursachen eines derartigen Hypogonadismus werden von uns untersucht und behandelt. Die exakte Diagnostik eines Testosteronmangels und die Durchführung einer effektiven Ersatztherapie ( Substitutionstherapie) mit Gelen, Tabletten, Kapseln oder Injektionen verbessert nicht nur die Lebensqualität des Patienten, sondern beugt auch schweren Folgeschäden (z.B. Knochenschwund und -brüchen) vor.
Die sorgfältige Überwachung einer Testosteronsubstitution, die meistens lebenslang erfolgen muss, und das Erkennen von Gründen, die gegen eine weitere Behandlung sprechen, gehören ebenfalls zu unseren Aufgaben.
3. Störungen der Erektionsfähigkeit (erektile Dysfunktion)
Zahlreiche Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Krebserkrankungen führen zu Schädigungen der Erektionsfähigkeit und damit zu Impotenz. Umgekehrt kann das Auftreten einer Impotenz ( erektile Dysfunktion) erster Hinweis für andere zugrunde liegende Störungen sein ( z.B. koronare Herzkrankheit). Die Abklärung der Ursachen einer Erektionsstörung und ihre gezielte Behandlung mit den modernen Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung,dia auch über die Gabe von PDE5-Hemmern (Phosphodiesterase-5-Inhibitoren, wie z. B. Viagra®, Cialis®, Levitra®) hinausgehen werden von uns durchgeführt.
Sollte eine operative Therapie (Einsetzen einer Schwellkörperprothese -AMS-) notwendig werden, kann dies in der kooperierenden Helios Klinik Schwelm durch Dr. Grein erfolgen.
Die Behandlung und Abklärung einer einer erektilen Dysfunktion gehört nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen. Wir informieren Sie gerne über ihren Kostenanteil.
4. Störungen der Ejakulation (Samenerguss)
Ein vorzeitiger Samenerguss ( Ejakulatio praecox) gehört zu den häufigsten Erkrankungen im andrologischen Krankengut. Auch hier gibt es unterschiedlich Behandlungsmethoden. Noch im diesem Jahr wird dazu erstmalig eine medikamentöse Therapie zugelassen.
5. Männliche Verhütung (Kontrazeption)
Während auf weiblicher Seite zahlreiche hormonelle (z.B. „die Pille“) und mechanische Verhütungsverfahren zur Verfügung stehen, die gleichermaßen sicher wie nebenwirkungsarm und jederzeit vollständig umkehrbar sind, gibt es für den Mann als sichere, einzige wieder umkehrbare Verhütungsmethode nur die Benutzung von Kondomen. Eine weitere, aber in der Regel nicht umkehrbare Möglichkeit, ist die Vasektomie (Durchtrennung der Samenleiter), die bei entsprechender Indikation von uns ambulant operativ durchgeführt wird. Diese Operation gehört nicht zum Leistungsumfang nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen. Wir informieren Sie gerne über ihren Kostenanteil.
Neue hormonelle Verfahren zur männlichen Kontrazeption stehen in der klinischen Prüfung, sind aber noch nicht verfügbar.
6. Der alternde Mann (Seneszenz)
Nicht nur die Lebenserwartung der Frau, auch die des Mannes steigt ständig und damit verbunden auch der Wunsch nach hoher Lebensqualität im Alter.
Gleichzeitig besteht aber schon jetzt der Bedarf, spezifische Probleme alternder Männer zu erkennen und adäquat zu behandeln.
Dazu gehören die Besonderheiten der Zeugungsfähigkeit des alternden Mannes, die zunehmende Impotenz ( erektile Dysfunktion), Probleme beim Wasser lassen (so genannte „LUTS“ = lower urinary tract symptoms), Erkrankungen der Prostata, der Knochenschwund ( Osteoporose) mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche sowie allgemeine Erkrankungen (z. B. das Metabolische Syndrom), die vor allem den alternden Mann betreffen.